Kommentar, Wohnimmobilien

Hohe Kosten durch Energieeinsparverordnung (EnEV)?

Mit meinen beiden Unternehmen, der Plutos Group und der Fortis Wohnwert GmbH habe ich und verfolge ich auch aktuell diverse Projekte, bei der wir Wohneigentum fördern und entwickeln. Einer der wohl wichtigsten Punkte im Rahmen eines jeden Projektes liegt dabei auf dem Thema Energie.

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder neue Verordnungen, Richtlinien, Gesetze und Normen verabschiedet, die der Energieverschwendung von Häusern vorbeugen und eine effizientere Wärme-Nutzung ermöglichen sollen.

Eine relativ neue Vorschrift ist dabei die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV genannt und seit dem 1. Mai 2014 in Kraft. In der EnEV wurden neue Standards für Wohnimmobilien zusammengefasst. Da wir Wohnimmobilien entwickeln, sanieren und betreuen, ist die EnEV für uns besonders relevant. Kurz zusammengefasst zielt die EnEV darauf ab, dass Gebäude gut isoliert sind, mit modernen Anlagen geringe Energiekosten verursachen und eine insgesamt bessere Klimabilanz für einzelne Objekte erreichen.

Was das bedeutet, dürfte jedem recht schnell klar sein: hohe Kosten. Schon heute geben Eigentümer und Verwaltungsgesellschaft Milliardensummen für die Modernisierung von Wohnimmobilien aus. Und auch in unserer täglichen Arbeit bedeuten Verordnungen wie EnEV vor allem mehr Arbeit und neue, teure Materialien. Dies fängt bei der baulichen Renovierung der Wohnimmobilien an, geht bei der Beantragung des Energieausweises weiter und hört auch bei der erhöhten Wartungsfrequenz nicht auf.

Für uns bedeutet die EnEV aber auch in einem anderen Bereich Mehrarbeit: der Vermarktung der Objekte. Der Umgang mit der neuen Verordnung will gelernt und ein Energieausweis richtig zu lesen sein. Dazu kommt ein gewisses Unwissen auf Seiten der Kunden. Zwar kennen rund 90% der Menschen den Energieausweis, der Nutzen ist jedoch meist unklar. Eine Umfrage des Portals kalaydo.de zeigte zudem, dass nur die Hälfte aller Immobiliensuchenden die Vorlage des Ausweises für wichtig befinden.

Noch erschreckender ist aber eigentlich diese Zahl: nur ein knappes Drittel glaubt, dass durch die EnEV und den Energieausweis eine Verbesserung für die Umwelt oder eine sinnvolle Sanierung der Wohnimmobilien erzielt wird. Auch in unserer täglichen Arbeit merken wir immer wieder, dass der Energieausweis kaum eine Rolle spielt, viel mehr sind immer noch die Lage, die Ausstattung und letztendlich der Preis entscheidend.

Seit dem 1. Mai ist die EnEV unser beinahe täglicher Begleiter. Im Grunde befürworten wir natürlich energieeffiziente Bau- und Sanierungsweisen. Wir sind jedoch der Meinung, dass eine Aufklärung seitens des Staates fehlt und so viele Mieter, Käufer und sogar Makler verunsichert. Wie sich die Kosten langfristig für die Entwicklung und Sanierung auch auf die Kaufpreise der Immobilien auswirken, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

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